Filmperlentaucher

Traumfabrik

Deutschland, 2019

Sommer 1961 – der Filmkomparse Emil Hellwerk (Dennis Mojen) verliebt sich gleich an seinem ersten Drehtag unsterblich in die französische Tänzerin Milou (Emila Schüle). Nicht nur sein Herz steht anschließend in Flammen, sondern auch die halbe Filmkulisse in den damaligen DEFA-Filmstudios. Emil möchte seiner Angebeteten das perfekte Rendesvouz bieten. Doch Milou erscheint nicht. Was Emil bis dahin nicht weiß: die innerdeutsche Grenze wurde in jener Nacht dicht gemacht, Milou kommt nicht mehr aus dem Westsektor in die Babelsberger Filmstudios.
Durch einen Zufall ergibt sich für Emil doch noch die Chance, Milou zu sich zu holen. Doch Milou lebt inzwischen ein anderes Leben….

Die Babelsberger Filmstudios sind die ältesten der Welt. Hier in der „Traumfabrik“ werden Märchen wahr. Ufa, DEFA und später auch Hollywood drehten hier große Produktionen. Es wurde höchste Zeit, diesen magischen Ort in den Mittelpunkt einer Kinoproduktion zu stellen. Bei Gästeführungen über das Filmgelände wird immer wieder erwähnt, daß für den Film „Traumfabrik“ die heutigen Filmkulissen und -Ateliers in den Zustand der 60er Jahre versetzt wurden. Das heutige Filmgelände ist praktisch die Kulisse für sich selbst im Film. Und so gibt „Traumfabrik“ einen kleinen Einblick, wie und wo Film gemacht wird. Imposant die riesigen Hallen mit den geheimnisvollen Gängen unter den Hallendächern; gewaltig der Aufwand, der für einen Film betrieben wird. Das Filmgelände ist eine einzige Spielwiese für Emil und Milou und wird gleichzeitig zum heimlichen Star des Films.

Milou besucht Emil im Studio; Emil lässt Rosenblätter von der Decke regnen

„Nicht schon wieder ein Film über deutsch-deutsche Geschichte!“, möchte man meinen beim Anblick der Grenzposten und auffahrenden amerikanischen Panzer. Doch genau diese plötzliche weltgeschichtliche Veränderung am 13. August 1961 gibt der Geschichte um Milou und Emil eine neue Wendung. Ist Emils Liebe stark genug, um Mauern aus Beton und in den Köpfen zu überwinden? Wird sich Milou für den Richtigen entscheiden? Geht Emils Plan auf und bekommt er sein Happy End? Bekommt „Traumfabrik“ überhaupt ein Happy End? Und kann Helene Fischer nicht nur noch solche schönen Filmsongs singen?

„Endlich mal ein deutscher Film, der ‚Titanic‘ toppt!“, sagte der unvergessene Michael Gwisdek († 2020), der den alten Emil in der Gegenwart spielt, in einem Interview vor der Filmpremiere von „Traumfabrik“. Und tatsächlich schafft es Regisseur Martin Schreier, einen Film zu kreieren, der sich hinter Hollywood-Produktionen nicht verstecken muß. Er nutzt die Magie, die von den Babelsberger Filmstudios ausgeht, für einen herzzerreißenden Liebesfilm, ohne zu kitschig zu sein. Die Szenen, als Emil klar wird, daß Milou endgültig gehen wird, oder jene Szene, als Milou zufällig erfährt, was Emil riskiert hat, um sie zurückzuholen, gehen ans Herz und rühren zu Tränen. „Casablanca“ lässt grüßen!

Emil ( 2019 ) erzählt dem Enkel seine Geschichte

„Traumfabrik“ ist ein filmisches Märchen mit einer tollen Besetzung, unglaublichen und überraschenden Filmschnitten sowie einer romantischen Liebesgeschichte in einer märchenhaften Kulisse. Und wie im richtigen Märchen wird am Ende alles gut!

In weiteren Rollen: Heiner Lauterbach, Ken Duken, Nikolai Kinski, Ellenie Salvo Gonzalez

Emil kommt zum ersten Mal mit dem Bus auf das Studiogelände

DVD-Ausstattung:

  • Premierenclip, Featurettes, Deleted Scenes, Interviews mit den Darstellern & Regisseur, Interview mit Tom Zickler (Produzent), Trailer
  • Audiodeskription, Untertitel für Hörgeschädigte

(c) für alle Fotos: Tobis Filmverleih

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