Filmperlentaucher

Im Namen der Braut

Erstausstrahlung: 30.12.2006
Pro7 40x30

„Im Namen der Braut“ versucht Nina (Annette Frier) zu retten, was noch zu retten ist!
Ihre beste Freundin Kim (Ellenie Salvo González) heiratet in ein paar Stunden, allerdings ist der hübsche Franzose in Kims Bett nicht der Bräutigam, sondern die Bekanntschaft der letzten Nacht. Nina soll ihn abwimmeln, während Kim zum Frisör geht. Dummerweise stehen plötzlich der zukünftige Ehemann und wenig später auch die Brauteltern (Herbert Knaup und Saskia Vester) vor der Türe. Und von Kim fehlt jede Spur.

Nina gibt den Franzosen als ihren neuen Freund aus, leider versteht er kein Deutsch und und die Anderen kein Französisch. Beim Versuch, ihn loszuwerden, gerät nicht nur Nina in peinliche Situationen. Der zukünftige Bräutigam stellt die falschen Fragen, ein Vogel entfliegt aus dem Käfig und der Franzose redet nur von Kim und  „l’amour“.

Inzwischen taucht auch Kim wieder auf. Leider hat sie plötzlich ihr Gedächtnis verloren, was die ganze Sache nicht gerade vereinfacht. Der inzwischen eingetroffene Pfarrer versucht gar nicht erst, das Durcheinander zu verstehen, sondern will nur wissen, wo und wann die Taufe stattfindet.
Als sich auch noch der Nachbar bei den Brauteltern über den Tod seiner Schildkröte beschwert und die Polizei ein fahrerloses Cabrio sucht, das bei einer Radarkontrolle geblitzt wurde, scheint das Chaos perfekt. Aber es kommt noch schlimmer, denn der Rest der Verwandtschaft naht.
Kim weiß wirklich nicht mehr, wem eigentlich ihre Gefühle gelten. Und Nina ist kurz vorm Explodieren, denn diese Kim ohne Gedächtnis entpuppt sich als ziemlich intrigantes Miststück, das die ganze Situation falsch einschätzt…

„Im Namen der Braut“ ist eine gutgemixte Mischung aus Slapstick- und Verwechslungskomödie. Den Schauspielern sieht man die Spielfreude regelrecht an, gerade die „erfahreneren“ Darsteller sind sich für keine Pointe zu schade.
Michael Brandner als Nachbar sieht dermaßen dämlich aus in seiner Verkleidung, daß es ein Vergnügen ist, ihm zuzusehen, wie er den Tod seiner Haustiere beklagt.
Carl Heinz Choyinski spielt den Pfarrer, der null Durchblick hat, sich aber lieber an die alkoholischen Getränke hält. Er trinkt ja „eigentlich ganz selten, nur wenn er allein ist oder in Gesellschaft“. Diesen begnadeten Komödianten wünscht man sich viel öfter in komischen Rollen.
Herbert Knaup und Saskia Vester als Brauteltern spielen solide, wirken trotzdem manchmal noch ein wenig unterfordert.
Wer Annette Frier bisher nur mit der „Schillerstraße“ oder der „Wochenschow“ in Verbindung gebracht hat, ist überrascht, daß sie mehr kann als nur kurze Rollen zu improvisieren. Allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern, bis man sie als Film-Schauspielerin akzeptiert, zu groß ist die Schublade, in der sie immer noch steckt, um da heraus zu kommen!
Ellenie Salvo González spielt souverän und zeigt erneut ihre Wandlungsfähigkeit: von der lieben Braut, die sich einen nächtlichen Ausrutscher geleistet hat, bis zur eifersüchtigen Furie, die zum Schluß der besten Freundin an den Kragen will.

Leider hat der Film auch ein paar wenige Schwächen. So ist ein Anschlußfehler zu verzeichnen, als Annette Frier in einer Szene mal einen schwarzen BH trägt, dann einen weißen und anschließend wieder einen schwarzen BH.
Und die Badezimmer-Szene mit den Folgen einer Überdosis „Aloe Vera“-Schönheitstabletten hätte man auch kürzer fassen können. Ob vom Drehbuch her gewollt oder nicht, aber man wartet regelrecht darauf, daß gleich was in die Hose geht…

Alles in Allem aber ein humorvoller Film, gute Unterhaltung eben, nicht mehr und nicht weniger!

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