Filmperlentaucher

Forster Textilgeschichte in 3D

Hämmernde Beats, elektronische Klänge und die Geräusche alter Textilmaschinen vermischten sich zu einem einzigartigen Klangerlebnis im „Forster Hof“. Der Filmemacher Donald Saischowa präsentierte als Welturaufführung sein neuestes Werk – eine Film-Foto-Musik-Dokumentation in 3D. Im Mittelpunkt des gut 50minütigen Films stehen sogenannte „Lost Places“ in Forst (Lausitz).

Kelle300, Stefan Friedrich, Donald Saischowa – Foto: Dosfilm

Saischowa verknüpft Filmsequenzen aus alten Reportagen mit Filmschnipseln eines alten Lehrfilms, Porträtfotos des Forster Fotografen Erich Fabian, aktuellen Aufnahmen aus dem Brandenburgischen Textilmuseum und leerstehenden Industriebrachen in Forst. Spektakuläre Kamerafahrten entlang des Gleisnetzes der ehemaligen Forster Stadteisenbahn sowie Drohnenaufnahmen vervollständigen den Mix aus Film und Foto. Gedreht wurde in 3D, so daß beim Betrachten der für den Film wieder in Gang gesetzten alten Textilmaschinen und der Gebäudeaufnahmen ein ganz spezielles Seherlebnis erzeugt wird.
Die Filmmusik wurde live vom Duo „Jonny Crash“ gespielt und von vorproduzierten Sounds ergänzt.

Foto: Frank Henschel

Für den Film „Lost Places – Forst (Lausitz)“ griff Donald Saischowa auf Material des 1933 von der Weid-Film München produzierten Films „Von der Wolle zum Tuch“ zurück. Es gibt nur noch 2 Exemplare des Films – eins befindet sich im Bundesfilmarchiv und ein Exemplar im Besitz von Donald Saischowa. „In meinem Filmarchiv wird der Film sicher keine Verwendung mehr finden, deshalb möchte ich gerne die originale Filmrolle der Stadt Forst überlassen.“, sagte Saischowa bei der Übergabe der Filmrolle an Stefan Palm, Leiter des Eigenbetriebs Kultur, Tourismus, Marketing der Stadt Forst (Lausitz), verbunden mit der Bitte, daß Geschichtsforscher vom Forster Museumsverein recherchieren, ob der Film „Von der Wolle zum Tuch“ möglicherweise in Forster Textilbetrieben gedreht worden ist. Der Aufnahmeort ist nämlich bis dato nicht bekannt. Dazu wird auch noch eine digitale Kopie des Films übergeben.

Die 140 Premieren-Besucher zeigten sich begeistert von der handwerklichen Umsetzung der Idee, die Forster Textilgeschichte zumindest filmisch wieder aufleben zu lassen. „Es gibt noch so viel mehr ehemalige Textilfabriken, die im Film keinen Platz gefunden haben. Ich wünsche mir eine Fortsetzung.“, sagt Lutz Nerlich, der selber viel Material zur Forster Heimatgeschichte sammelt.

Entstanden ist der Film als ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2021 „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“.

Eine DVD-Veröffentlichung von „Lost Places – Forst (Lausitz)“ ist zunächst nicht geplant. „Wir wollen mit dem Projekt lieber weiterhin live vor Publikum auftreten.“, sagt Donald Saischowa. Wer jetzt neugierig geworden ist, findet bald Gelegenheit, sich den Film anzuschauen: die Organisatoren planen einen erneute Filmvorführung in Forst.

Foto Titel: Dosfilm

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