Filmperlentaucher

Filmbuch vereint Radsport- und Forster Lokalgeschichte

Vor 88 Jahren lief erstmals der Film „Strich durch die Rechnung“ über die Leinwände. Gedreht wurde der Film u.a. auch auf der Forster Radrennbahn. Nun ist – passend zur Wiederaufführung im „Forster Hof“ – ein Buch erschienen, daß viele Anekdoten von den Dreharbeiten erzählt und jede Menge Hintergrundwissen zum Film, zur Radsportgeschichte im Allgemeinen und zum Stehersport in Forst im Besonderen bereithält.

Gerd Nissen, Grafiker aus Flensburg-Handewitt, stolperte vor einigen Jahren über ein Foto im Internet, das den Schauspieler mit einem Rennrad zeigt. Nissen wurde neugierig und wollte wissen, was es mit diesem Foto auf sich hat. Seine Nachforschungen führten ihn zum Film „Strich durch die Rechnung“. „In meiner Naivität dachte ich mir, bestelle den Film auf DVD und schau ihn dir an!“, sagte Gerd Nissen bei der Buchpräsentation im Pavillon „Genuß und Kunst“. Doch der Film war weder auf DVD noch auf anderen Medien verfügbar. Dafür war Nissens Ehrgeiz umso mehr geweckt, mehr über die Hintergründe zu erfahren. So erfuhr er, daß der Film in der Lausitz auf der Forster Rennbahn gedreht wurde.

Bei einem Urlaub vor 2 Jahren machte Gerd Nissen auch einen Abstecher nach Forst, um sich die Rennbahn vor Ort anzuschauen. Im Gespräch mit Gerd Suschowk, damals Präsident des PSV 1893 Forst und der ihn über das Gelände führte, erfuhr Gerd Nissen weitere Informationen zu den Dreharbeiten.

Zusammen mit dem Historiker Lars Amenda forschte Nissen weiter, durchstöberte Film- und Pressearchive und schrieb seine Rechercheergebnisse auf. Entstanden ist nun ein unterhaltsam zu lesendes Buch mit vielen Abbildungen. „Es ist nicht nur ein Buch über Filmgeschichte, sondern gleichzeitig auch ein Buch über Radsport- und Heimatgeschichte.“, sagt Frank Henschel, der seine persönlichen Forschungsergebnisse zum Film ebenfalls zur Verfügung stellte.

Erschienen ist das Buch im Verlag des „Netzwerk Fahrrad/Geschichte“. Auf 110 Seiten widmet sich das Buch ausführlich der literarischen Vorlage, den Dreharbeiten, der Einordnung als Liebes- und Radsportdrama, den Vorführungen im In- und Ausland sowie der gleichzeitig entstandenen französischen Version und dem Verbleib des beiden Filmfassungen nach Kriegsende.

Unterstützung fanden die beiden Herausgeber bei der Stadt Forst (Lausitz) und dem Museumsverein der Stadt, die mit ihrer jeweiligen Zusage einer Mindestabnahme von Büchern bei der Finanzierung halfen. Begrenzt ist die Auflage auf vorerst 700 Exemplare. Erhältlich ist das Buch „Strich durch die Rechnung“ zum Preis von 14,- Euro in der Tourismus-Information, im Brandenburgischen Textilmuseum sowie im Buchhandel.

Foto ganz oben: v.l.n.r.: Lars Amenda, Frank Henschel, Gerd Nissen bei der Buchpräsentation im Pavillon „Genuß & Kunst“ in Forst (Lausitz)

(c) Thori, 2020

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