Filmperlentaucher

Das lange Warten hat sich gelohnt – die 2. Premiere von „Auf der Suche“

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Regisseur und Produzent Erik Schiesko konnte im Rahmen des 31. Cottbuser Filmfestival des osteuropäischen Kinos mit seinem interaktiven Spielfilm „Auf der Suche“ endlich Premiere feiern. Bis dahin war es allerdings ein steiniger Weg.

Die Idee zu „Auf der Suche“ entstand bereits 2013, die Dreharbeiten für die Filmsequenzen fanden 2014 an verschiedenen Orten in der Lausitz statt, so. u.a. in Cottbus, Haidemühl, Jähnschwalde und Forst (Lausitz).

Zum 25. Filmfestival Cottbus im November 2015 stellte Filmemacher Erik Schiesko zum ersten Mal sein neuestes Projekt einem größeren Publikum vor. Es war mehr ein „Making Of“, denn gerade mal 10% der Endfassung waren fertig. Vieles wirkte noch nicht ausgereift, der Zuschauer konnte noch nicht einmal ahnen, wie das fertige Produkt aussehen könnte.

2016 gab es eine erste Premiere im Cottbuser Kino „Weltspiegel“ in Anwesenheit aller an den Dreharbeiten Beteiligten. Gezeigt wurden damals knapp zwei Stunden Film- und Spielmaterial, viele Level wurden aus Zeitgründen übersprungen. Spieldesigner Olaf Pöschk erklärte dem Publikum vor allem die Bedienung und den Aufbau des Computerfilms. Ein Zuschauer durfte in die Rolle des Spielers schlüpfen und verschiedene Rätsel lösen. Bei richtiger Antwort läuft das Spiel weiter, bei falscher Antwort folgen witzige Einspieler.

Dann wurde es lange ruhig um den Film. Zwar wurde immer wieder Werbung auf den bevorstehenden Start der Online-Version gemacht, doch es rührte sich nichts. „Auf der Suche“ schien vergessen oder beendet worden sein.

2020 kochte das Thema wieder hoch. Die Corona-Pause schien Erik Schieskos unvollendetes Projekt gut getan zu haben. Im Internet tauchten erste Hinweise auf, daß es mit dem Projekt „Auf der Suche“ weitergeht. Umso gespannter durfte man sein, als bekannt wurde, daß „Auf der Suche“ in der Sektion „Specials“ des 31. Filmfestivals des osteuropäischen Kinos gezeigt wird.

„Die Aufarbeitung aller Daten hat sehr viel Zeit gekostet. In der ersten Premiere nutzten wie eine alte ‚Engine‘. Nun sind über 20.000 Codezeilen für die neuen Funktionen zuständig.“, sagt Erik Schiesko in einem Interview für das Festival-Magazin.

Und tatsächlich – das Projekt läuft an. Wenige Wochen vor dem Festival wird eine BETA-Version online gestellt.

Foto: Erik Schiesko

Am 5. November 2021 dann endlich die eigentliche Premiere von „Auf der Suche“ – ein Spielfilm mit Computerspieleinlagen. Oder, je nach Betrachtungsweise, ein Computerspiel mit Filmsequenzen. Neben den fiktionalen Filmeinspielern, die die Handlung vorantreiben, gilt es immer auch wieder, bestimmte Aufgaben zu lösen.

Wieder erklärt Olaf Pöschk den Zuschauern die geplanten Abläufe, wieder dürfen Zuschauer live am Computer zocken. Das Publikum im gut gefüllten Audimax der BTU Cottbus-Senftenberg spielt mit und entscheidet lautstark über die zu lösenden Rätsel und Handlungsrichtungen für den Film-/Computerhelden. Die Stimmung kocht über, wenn nach langen Suchen und Ausprobieren die richtige Lösung endlich gefunden wird. Level für Level hangelt sich die Gemeinschaft durch die Handlung.

Als nach 3 Stunden erst die Hälfte des Spiels absolviert ist, übernimmt Erik Schiesko das Kommando und beschleunigt die zu absolvierenden Schritte. Dafür werden Filmsequenzen ungekürzt gezeigt.

Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt: Ein junger Reporter kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Foto: Erik Schiesko

Zunächst startet „Auf der Suche“ wie ein gewöhnlicher Spielfilm. Ein Sprung ins Jahr 1986 zeigt, wie sich ein junges Paar findet. Dialoge, Filmmusik, Vorspann – alles wie gehabt. Dann der Sprung in die Gegenwart. Plötzlich friert das Bild ein und der Zuschauer kommt ins Spiel, der am Computer durch Lösen verschiedener Aufgaben herausfinden muß, wie die Handlung fortgesetzt werden kann.

Die realen Filmsequenzen haben Kinoqualität. Immer wieder gibt es in der Handlung witzige und überraschende Einfälle. Es gibt viel Lausitzer Lokalkolorit, auch für jemanden, der die Lausitz nicht kennt, ist der Film sehenswert, erfährt er doch durch eingebaute Überraschungen so einiges über die Region. Ein fetziger Soundtrack begleitet den Film bis zum spannenden Finale und der Auflösung der Frage, was es mit dem Artikel über den Tod des Reporters auf sich hat.

Foto: Erik Schiesko

Etwas Mystik, etwas deutsche Geschichte, zwei unabhängige Liebesgeschichten, etwas Dokumentarisches – „Auf der Suche“ verknüpft mehrere Genres miteinander, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Der ganze Aufwand und 6 Jahre Warten auf die Fertigstellung haben sich letztendlich gelohnt. „Auf der Suche“ ist mit seiner Doppelung aus Film und Computerspiel anders – und das macht es so besonders!

Erik Schiesko und sein Produktionsteam werden nach der gelungenen Premiere gefeiert. Und auch Schiesko ist erfreut und erleichtert zugleich, daß „Auf der Suche“ so gut beim Publikum angekommen ist. Er lädt alle Zuschauer ein, sich zu einem Gruppenfoto zu versammeln, das später ebenfalls noch in die Spielkulisse integriert werden wird.

Und wer jetzt Lust hat, selber auf die Suche gehen zu wollen, kann sich auf der Webseite www.aufdersuche.de durch die einzelnen Kapitel klicken.

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